Power Pur beleuchtet die Relevanz von Print im Marketing-Mix

 Power Pur beleuchtet die Relevanz von Print im Marketing-Mix

Am Dienstag, 20. Mai 2025 traf sich die Print- und Medienbranche zur dritten «Power Pur» im JED Events in Schlieren. Über 150 Teilnehmende wurden von der Moderatorin Sunnie J. Groeneveld durch den Nachmittag begleitet. Im Anschluss wurde der Swiss Print Award vergeben.

Artikel: m&k / Autorin: Anna Kohler

Beat Kneubühl, Präsident des Verbands Dp Suisse und zusammen mit Galledia Organisator der Power Pur, sprach in seiner Eröffnungsrede über die Relevanz von Marketing und Branding in der Printbranche. In sich rasant verändernden Zeiten sei es umso relevanter, Print im Marketingmix zu festigen und auch zu verankern.

Nach Kneubühls Einstieg wurde der Print Ambassador gekürt für Schweizer Excellence im Print Business. Gewonnen hat die «Independent Paper Show» unter der Ägide von Künstler Lorenz Boegli (im Bild unten sprechend). Die Show vereint die Kreativpapier-Branche unter einem Dach; führende europäische Papierhersteller sowie auch alle Schweizer Vertreiber zeigen Papier in seiner vielseitigsten Form. Anfang Mai strömten 850 Printbegeisterte für die Independent Paper Show in die Rote Fabrik in Zürich.

Die erste Keynote der «Power Pur» hielt Dr. Marcus Schögel von der HSG zum Thema «Customer First: Die Erfahrung zählt – nicht der Kanal!». In seiner flammenden Rede über Print stellte er sieben Thesen vor, die er im Zusammenhang mit Print im Marketingmix für relevant hält.

Anschliessend sprachen im Podium TCS-CMO Dierk Schehrer, «Werber des Jahres» 2025 Philipp Skrabal von Team Farner und Moderatorin Sunnie J. Groeneveld darüber, wie Print Kampagnen stärkt. Betont wurde die spannende Verbindung von Print und Online über QR-Codes und Augmented Reality. Skrabal betonte auch die Sehnsucht der Menschen nach Haptik – Dinge berühren zu können.

Die letzte Keynote vor der Pause hielt Jule Peters, die als Senior Content Creatorin bei The People Branding Company den LinkedIn-Auftritt von C-Levels verantwortet. Unter dem Motto «Die Power von Personal Branding & Corporate Influencing – wie du LinkedIn für Dich nutzt.» sprach sie über die wichtige Präsenz jedes Einzelnen auf LinkedIn. Als Beispiel nennt sie Bill Gates’ Account auf LinkedIn, der über weit mehr Follower verfügt als der Firmenaccount von Microsoft. «Es ist eine Plattform von Menschen für Menschen», begründet Peters. Man folge gerne Menschen und bringe sich auch als Mensch ein auf LinkedIn. Authentisch sein, Erfahrungen zu teilen, schaffe Vertrauen. Über den Joballtag zu schreiben sei gut für das Unternehmen und die Person selbst. Dabei müsse der Content nicht perfekt sein, eine persönliche Stimme zu transportieren, die Follower mitzunehmen sei dabei viel wichtiger. 4,1 Millionen Menschen in der Schweiz, über alle Branchen hinweg, nutzen LinkedIn. Aus der Printbranche seien noch nicht so viele aktiv, so Peters. Hier gilt es, über den Arbeitsalltag zu sprechen, persönliche Geschichten zu teilen – und nicht nur die fertigen Produkte zu zeigen. So könne die Branche – und die Personen, die sich darin bewegen – insgesamt mehr Sichtbarkeit gewinnen.

LinkedIn soll aber nicht als Ort für reine Selbstdarstellung betrachtet werden. Vielmehr sei es eine Plattform, auf der Unternehmen durch persönliche Perspektiven sichtbar werden können, so Peters weiter. Zugleich zeigte sie auf, welche Bausteine ein erfolgreicher Auftritt auf LinkedIn umfasst. Sichtbarkeit sei skalierbar, wenn auf mehreren Ebenen gearbeitet werde: Der CEO-Account sei ebenso zentral wie ein professionell geführter Unternehmensauftritt – allerdings spielen auch die Mitarbeitenden eine wichtige Rolle. Unternehmen sollten ihre Teams aktiv ermutigen, sich mit eigenen Inhalten einzubringen. Entscheidend sei dabei eine inhaltliche Anbindung an die Unternehmensstrategie: Ob Recruiting, Positionierung oder Kund:innenansprache – LinkedIn biete Raum für strategisch fokussierte Kommunikation, ohne dabei unnahbar zu wirken.

Auch die Grundlagen zählt Peters auf: Ein gutes Profilbild, ein verständlicher Profilslogan, ein stimmiger Banner und die saubere Verlinkung zum Unternehmen seien essenziell. Persönliche Inhalte wirkten dann am besten, wenn sie konkrete Situationen aus dem Arbeitsalltag aufgreifen, authentisch erzählt und regelmässig geteilt werden – idealerweise ein- bis zweimal pro Woche. Visuals könnten dabei unterstützen, die Inhalte zugänglicher zu machen.

Wachstum entstehe nicht zuletzt durch aktives Vernetzen. Bis zu hundert gezielte Anfragen pro Woche seien ein realistischer Richtwert, um das eigene Netzwerk kontinuierlich auszubauen, so Peters weiter. Schlussendlich ermutigte Peters die Gäste der «Power Pur», sich «mit Freude und Spass auf LinkedIn einzulassen» – und LinkedIn-Posts mit einer offenen Frage zu enden. Dies rege Diskussionen an und erhöhe die Chance auf «echten Austausch».